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Fruchtbare Tage

Fruchtbare Tage

Wenn es zum Kinderwunsch kommt, dann stehen die fruchtbaren Tage der Frau im Zentrum der Aufmerksamkeit bei jedem Paar. Wann diese eintreten und welche Möglichkeiten es zur Berechnung der fruchtbaren Tage gibt, kann man hier erfahren.

Was sind die fruchtbaren Tage?

Die fruchtbaren Tage werden im Allgemeinen als die Tage im Monatszyklus einer Frau bezeichnet, an denen eine Empfängnis möglich wäre. Dabei handelt es sich hauptsächlich um die Zeit vor und um den Eisprung. Diese Zeit kann von Frau zu Frau variieren und auch von diversen Faktoren beeinflusst werden.

fruchtbare tage

Fruchtbare Zeit – unfruchtbare Zeit

Die fruchtbaren Tage der Frau beschränken sich jedoch nicht nur auf die 24 Stunden der Ovulation. Bereits einige Tage davor bildet die Gebärmutter ein optimales Klima für Spermien, die ein Überleben und ein „Warten“ auf die Eizelle ermöglichen. Bei einer geschätzten Lebensdauer von rund fünf Tagen können Spermazellen demnach auch mehrere Tage vor dem Eisprung zu einer erfolgreichen Befruchtung führen.

Sobald der Eisprung jedoch beendet ist und die Eizelle die Gebärmutterwand erreicht, beginnt die unfruchtbare Zeit der Frau. Mit der Periode beginnt der neue Zyklus.

Eisprung – Zeitpunkt der Empfängnisbereitschaft

Der Eisprung (Ovulation) ist der Zeitpunkt, an dem die Frau in der Lage ist, schwanger zu werden. Er gilt als besonders fruchtbare Zeit und kann häufig im voraus nicht genau festgestellt werden. Feststellbar sind vor allem der Beginn der fruchtbaren Tage und das Ende des Eisprungs, da der weibliche Körper dabei diverse hormonelle Anzeichen gibt.

Bei einem Eisprung verlässt eine Eizelle den Follikel und wandert durch den Eileiter in die Gebärmutter, um sich dort einzunisten. Die Ovulation stellt somit die Wanderung einer befruchtbaren Eizelle dar, welche bis zur Einnistung in die Gebärmutterwand von den Spermien erreicht werden kann. Für diesen Weg benötigt sie ungefähr 24 Stunden. Hat sie sich in die Gebärmutter eingenistet, dann kann sie nicht mehr befruchtet werden und der Zyklus endet somit ohne Schwangerschaft.

follikelstimulierendes und luteinisierende Hormon

Beteiligt an diesen Vorgängen sind unter anderem die Hormone FSH (follikelstimulierendes Hormon) und das LH (luteinisierende Hormon). Zunächst ist das FSH am Wachstum und der Reifung der Eizelle beteiligt. Das LH fördert hingegen den Eisprung und die Gelbkörperbildung. Nachdem die Eizelle den Follikel verlassen hat, bleibt der Gelbkörper zurück und bildet unter anderem das Hormon Progesteron, welches für die Aufrechterhaltung einer möglichen Schwangerschaft verantwortlich ist. Findet keine Befruchtung statt, dann wird der Gelbkörper zurückgebildet und die Gebärmutterschleimhaut zusammen mit der Eizelle als Menstruation ausgeschieden.

Wie kann man die fruchtbaren Tage der Frau berechnen?

Es gibt mehrere Möglichkeiten für Frauen ihre fruchtbaren Tage zu ermitteln. In der Regel können die Methoden den Beginn der fruchtbaren Zeit feststellen, sowie den Beginn der unfruchtbaren Zeit oder alternativ auch eine erfolgreiche Befruchtung.

Symptothermale Methode (NFP) zur Berechnung der fruchtbaren Tage

Die symptothermale Methode ist auch als Natürliche Familienplanung (NFP) bekannt und kann sowohl für die Verhütung wie auch für die Kinderplanung genutzt werden. Sie zielt darauf ab, die fruchtbaren Tage und den Eisprung auf natürlichem Weg durch körperliche Anzeichen zu ermitteln. Dafür wird hauptsächlich die morgendliche Temperatur gemessen und der Zervixschleim beobachtet.

Mit der symptothermalen Methode kann durch tägliches Temperaturmessen der Basalttemperatur (Kerntemperatur im Ruhezustand) am Morgen ein Temperaturanstieg festgestellt werden. Nach dem Eisprung, wenn das LH aktiv war, erhöht sich üblicherweise auch die Körpertemperatur um rund 0,4 Grad Celsius. Wenn die Temperatur in den folgenden Tagen erhöht bleibt, dann kann die Frau von einem erfolgreichen Eisprung ausgehen. Davor werden die fruchtbaren Tage meist zusätzlich mit einem veränderten Zervixschleim erkennbar. Von weißlich und zäh verändert sich der Schleim zum Eisprung hin in eine klare und sehr dehnbare Masse. Nach dem Eisprung verringert sich der Zervixschleim häufig und wird wieder weißlich und klumpig.

Anhand der Zykluslängen und den Zeitpunkten der Eisprünge kann die Frau ihre fruchtbaren Tage auch im voraus einschätzen und zudem frühzeitig über eine erfolgreiche Befruchtung Bescheid wissen. Denn wenn die Temperatur länger als 17 Tage erhöht bleibt, dann ist eine Schwangerschaft wahrscheinlich.

Fruchtbare Tage mit Verhütungscomputer und LH-Test berechnen

Fruchtbare Tage berechnenEin Verhütungscomputer bedient sich, je nach Ausführung, ebenso den Methoden der Temperaturmessung und Zervixschleimbeobachtung. Hinzu kommt jedoch die Urinanalyse des Hormonspiegels. In der Regel wird die Konzentration an LH gemessen, welche kurz vor dem Eisprung ansteigt. Der morgendliche Urin weißt dabei die höchsten Hormonkonzentrationen auf und sollte bevorzugt werden.

In einen Verhütungscomputer kann man diverse Daten eingeben. Neben einem Thermometer stehen meist auch Urinteststreifen zur Verfügung. Nach Gebrauch werden diese in das Gerät geschoben und ausgewertet. Die Computer können somit jeden Tag die aktuelle Fruchtbarkeit der Frau ermitteln und damit für die Verhütung oder den Kinderwunsch genutzt werden. Die Auswertung der Körperanzeichen (Temperaturschwankungen, genaue Zervixschleimqualität) ist jedoch nicht so genau wie bei der symtothermalen Methode.

Ferner sind auch einfache LH-Tests oder Ovulationstests im Handel erhältlich. Dabei handelt es sich um reine Urinteststreifen, welche sich entsprechend der Konzentration von LH im Urin verfärben. Zur Mitte des Zyklus hin kann die Frau jeden Tag solch einen Test durchführen, um die Veränderungen und somit den Beginn der fruchtbaren Tage feststellen zu können.